Information für Brillenträger


Was bedeuten die Zahlen und Abkürzungen in einer Brillenverordnung?

Am folgenden Beispiel läßt sich eine einfache Brillenverordnung gut erklären:

 

 

sph

zyl

Achse

F

R

-1,0

 

 

L

+1,5

-0,5

90°

N

R

Add. 2,0

 

 

L

 

 

F und N stehen hier für die Ferne und die Nähe

R und L stehen für rechtes und linkes Auge

sph bedeutet sphärisch, zyl bedeutet Zylinder
 

 

Beschreibung der Brillenverordnung:

Unter dem Kürzel “sph” (sphärisch) finden Sie eine Zahlenangabe, die Ihnen als Dioptrie (kurz: dpt)
bekannt ist und die den Grundwert Ihres Brillenglases darstellt. Steht ein Minus-Zeichen davor, wie hier beim
rechten Auge (-1,0), so spricht man von einer Kurzsichtigkeit. Ohne Brillenglas würde alles, was weiter
als ca. 1m entfernt ist, unscharf gesehen.

Für das linke Auge liegt eine Weitsichtigkeit (Plus-Zeichen!) in Höhe von 1,5 Dioptrien vor. Zusätzlich schwächt
in einem Bereich des Auges ein Astigmatismus (oft auch als Hornhautverkrümmung bezeichnet) die
Weitsichtigkeit um -0,5 dpt ab. In diesem Bereich ist die Weitsichtigkeit nur +1,5 -0,5 = +1,0 dpt stark. Die
Differenz zwischen stärkerem und schwächerem Bereich wird als Zylinder (zyl) bezeichnet. Die Achslage
(hier 90°) gibt an, wo genau der Astigmatismus und wo nur der Grundwert wirkt.

Auch für die Nähe ist ein Wert angegeben. Er wird Addition (Add.) genannt und legt fest, um wieviel Dioptrien
das Auge beim Blick in die Nähe unterstützt werden muß, um z.B. ein Buch entspannt und deutlich lesen zu
können. Der Wert beträgt hier 2 Dioptrien. Um nun die Stärke für eine Lesebrille oder den Nahbereich von
Gleitsichtgläsern zu erhalten, müssen diese 2 Dioptrien zu den Grundwerten der Ferne hinzu addiert werden.
Die sich daraus ergebenden Nahwerte lauten in Kurzform:

 

 

sph

zyl

Achse

N

R

+1,0

 

 

L

+3,5

-0,5

90°

(So könnte auch die Verordnung
für eine reine Lesebrille aussehen.)

 

Brillenverordnungen werden in Deutschland von Augenoptikern und Augenärzten ausgestellt und bilden die
Grundlage für die Herstellung von Korrektionsbrillen. Für Kontaktlinsen können die richtigen Werte von denen
der Brillenverordnung abweichen, u.a. auch deswegen, weil sich das Korrektionsmittel “Kontaktlinse” direkt
auf der Hornhaut des Auges befindet und nicht in einem Abstand von 12-14 mm davor, wie es bei Brillengläsern
der Fall ist. Für die Kontaktlinsenanpassung ist deshalb immer ein individueller Abgleich der Brillenverordnung
erforderlich, um eine mögliche Fehlkorrektion auszuschließen.

 

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